Kältemittel-Lecksuche
Eine Klimaanlage verliert im Normalbetrieb ca. 5–10% Kältemittel pro Jahr über Dichtungen und Schlauchverbindungen. Wenn die Kühlung deutlich nachlässt, liegt der Verlust höher – es gibt eine Leckage. Einfach nachfüllen behebt das Symptom, nicht die Ursache.
Warum Nachfüllen allein keine Lösung ist
Kältemittel entweicht erneut
Ohne Leckortung müssen Sie in 3–6 Monaten erneut nachfüllen lassen. Das kostet mehr als eine einmalige Reparatur – besonders bei R1234yf.
Kompressor läuft trocken
Mit dem Kältemittel geht Kompressor-Öl verloren. Zu wenig Öl führt zu Lagerschäden im Kompressor – ein Schaden im vierstelligen Bereich.
Feuchtigkeit im System
Durch die Leckstelle dringt Luft und Feuchtigkeit ein. Wasser im Kältekreislauf bildet Säuren, die Dichtungen und Ventile angreifen.
Umwelt und Gesetzgebung
R134a hat einen GWP von 1430 – vorsätzliches Entweichenlassen ist gesetzlich verboten (ChemKlimaschutzV). Leckagen müssen repariert werden.
Unsere Methoden der Lecksuche
UV-Tracer (Kontrastmittel)
Fluoreszierender Farbstoff wird dem Kältemittel beigemischt. Nach einer Betriebsphase leuchtet die Leckstelle unter UV-Licht gelbgrün auf. Ideal für langsame, schwer zu findende Leckagen. Der Tracer bleibt im System und ist bei der nächsten Prüfung sofort sichtbar.
Geeignet für: Langsame Leckagen, Schlauchverbindungen, O-Ringe
Formiergas (Stickstoff-Wasserstoff)
Das System wird mit einem Stickstoff-Wasserstoff-Gemisch (95/5) unter Druck gesetzt. Ein elektronischer Wasserstoff-Detektor lokalisiert den Austritt auf Millimeter genau. Funktioniert auch bei Leckagen, die unter Druck auftreten und bei Umgebungsdruck unsichtbar sind.
Geeignet für: Große und mittlere Leckagen, Kondensator, Verdampfer
Elektronischer Lecksucher
Hochempfindlicher Sensor detektiert Kältemittel-Moleküle in der Luft. Schnelle Suche an Schlauchverbindungen, Ventilen und Kompressor-Wellendichtring. Erfordert, dass noch Kältemittel im System ist.
Geeignet für: Schnelle Erstprüfung, größere Leckagen
Druckabfallprüfung
System auf Betriebsdruck bringen und über 30–60 Minuten beobachten. Druckabfall zeigt an, dass eine Leckage vorliegt – aber nicht wo. Wird als Vor-Test verwendet, um zu entscheiden, ob eine Detailsuche notwendig ist.
Geeignet für: Vorab-Prüfung: Gibt es überhaupt eine Leckage?
Häufige Leckstellen
Kondensator
Sitzt vor dem Kühler und ist Steinschlag, Streusalz und Vibrationen ausgesetzt. Häufigste Leckstelle, besonders ab 8–10 Jahren.
Schlauchverbindungen
O-Ringe und Dichtflächen an den Schraubverbindungen erhärten mit der Zeit. Besonders an der Motorseite (Hitze).
Kompressor-Wellendichtring
Dichtet die Antriebswelle des Kompressors ab. Verschleiß durch Trockenlauf bei zu wenig Öl.
Verdampfer
Korrosion durch Kondenswasser. Schwer zugänglich hinter dem Armaturenbrett. Leckage hier bedeutet aufwändige Reparatur.
Druckschalter / Serviceventile
Undichte Schrader-Ventile oder korrodierte Druckschalter-Gewinde. Oft bei älteren Fahrzeugen.
Kältemittelleitungen
Scheuerstellen durch Vibrationen, Korrosion bei Alu-Leitungen (Kontaktkorrosion mit Stahlhaltern).
Ablauf der Lecksuche
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Druckabfalltest
System unter Druck setzen und auf Druckverlust prüfen. Bestätigte Leckage führt zur Detailsuche.
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UV-Prüfung
Vorhandenen UV-Tracer unter Schwarzlicht prüfen. Wenn kein Tracer vorhanden: zugeben und Betriebsphase einplanen.
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Elektronische Lecksuche
Mit Formiergas oder elektronischem Detektor die exakte Leckstelle lokalisieren.
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Dokumentation
Leckstelle fotografieren und dokumentieren. Reparatur-Aufwand und Kosten transparent kommunizieren.
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Reparatur
Dichtung, Leitung oder Bauteil ersetzen. Anschließend System evakuieren und neu befüllen.
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Nachprüfung
Drucktest nach Reparatur. UV-Tracer bleibt im System für künftige Kontrollen.
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