Warum Nachfüllen allein keine Lösung ist

Kältemittel entweicht erneut

Ohne Leckortung müssen Sie in 3–6 Monaten erneut nachfüllen lassen. Das kostet mehr als eine einmalige Reparatur – besonders bei R1234yf.

Kompressor läuft trocken

Mit dem Kältemittel geht Kompressor-Öl verloren. Zu wenig Öl führt zu Lagerschäden im Kompressor – ein Schaden im vierstelligen Bereich.

Feuchtigkeit im System

Durch die Leckstelle dringt Luft und Feuchtigkeit ein. Wasser im Kältekreislauf bildet Säuren, die Dichtungen und Ventile angreifen.

Umwelt und Gesetzgebung

R134a hat einen GWP von 1430 – vorsätzliches Entweichenlassen ist gesetzlich verboten (ChemKlimaschutzV). Leckagen müssen repariert werden.

Unsere Methoden der Lecksuche

UV-Tracer (Kontrastmittel)

Fluoreszierender Farbstoff wird dem Kältemittel beigemischt. Nach einer Betriebsphase leuchtet die Leckstelle unter UV-Licht gelbgrün auf. Ideal für langsame, schwer zu findende Leckagen. Der Tracer bleibt im System und ist bei der nächsten Prüfung sofort sichtbar.

Geeignet für: Langsame Leckagen, Schlauchverbindungen, O-Ringe

Formiergas (Stickstoff-Wasserstoff)

Das System wird mit einem Stickstoff-Wasserstoff-Gemisch (95/5) unter Druck gesetzt. Ein elektronischer Wasserstoff-Detektor lokalisiert den Austritt auf Millimeter genau. Funktioniert auch bei Leckagen, die unter Druck auftreten und bei Umgebungsdruck unsichtbar sind.

Geeignet für: Große und mittlere Leckagen, Kondensator, Verdampfer

Elektronischer Lecksucher

Hochempfindlicher Sensor detektiert Kältemittel-Moleküle in der Luft. Schnelle Suche an Schlauchverbindungen, Ventilen und Kompressor-Wellendichtring. Erfordert, dass noch Kältemittel im System ist.

Geeignet für: Schnelle Erstprüfung, größere Leckagen

Druckabfallprüfung

System auf Betriebsdruck bringen und über 30–60 Minuten beobachten. Druckabfall zeigt an, dass eine Leckage vorliegt – aber nicht wo. Wird als Vor-Test verwendet, um zu entscheiden, ob eine Detailsuche notwendig ist.

Geeignet für: Vorab-Prüfung: Gibt es überhaupt eine Leckage?

Häufige Leckstellen

Kondensator

Sitzt vor dem Kühler und ist Steinschlag, Streusalz und Vibrationen ausgesetzt. Häufigste Leckstelle, besonders ab 8–10 Jahren.

Schlauchverbindungen

O-Ringe und Dichtflächen an den Schraubverbindungen erhärten mit der Zeit. Besonders an der Motorseite (Hitze).

Kompressor-Wellendichtring

Dichtet die Antriebswelle des Kompressors ab. Verschleiß durch Trockenlauf bei zu wenig Öl.

Verdampfer

Korrosion durch Kondenswasser. Schwer zugänglich hinter dem Armaturenbrett. Leckage hier bedeutet aufwändige Reparatur.

Druckschalter / Serviceventile

Undichte Schrader-Ventile oder korrodierte Druckschalter-Gewinde. Oft bei älteren Fahrzeugen.

Kältemittelleitungen

Scheuerstellen durch Vibrationen, Korrosion bei Alu-Leitungen (Kontaktkorrosion mit Stahlhaltern).

Ablauf der Lecksuche

  1. Druckabfalltest

    System unter Druck setzen und auf Druckverlust prüfen. Bestätigte Leckage führt zur Detailsuche.

  2. UV-Prüfung

    Vorhandenen UV-Tracer unter Schwarzlicht prüfen. Wenn kein Tracer vorhanden: zugeben und Betriebsphase einplanen.

  3. Elektronische Lecksuche

    Mit Formiergas oder elektronischem Detektor die exakte Leckstelle lokalisieren.

  4. Dokumentation

    Leckstelle fotografieren und dokumentieren. Reparatur-Aufwand und Kosten transparent kommunizieren.

  5. Reparatur

    Dichtung, Leitung oder Bauteil ersetzen. Anschließend System evakuieren und neu befüllen.

  6. Nachprüfung

    Drucktest nach Reparatur. UV-Tracer bleibt im System für künftige Kontrollen.

Lecksuche beauftragen

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